Chronik

Die Geburtsstunde der Chorgemeinschaft ist von einer lustigen Episode gekennzeichnet. Der Bruder des Chorleiters, Ernst Hohenwarter, nahm 1974 beim Waidegger Wirt Notiz von einigen Frauen, die sich in der öffentlichen Telefonzelle des Gasthauses zusammendrängten und einen sängerischen Gruß über die Telefonleitung irgendwohin nach Deutschland sandten. Begeistert von der gesanglichen Qualität der Stimmen, kontaktierte Ernst seinen Bruder Hans, der damals bereits als Student in Wien eine starke Zuneigung zur Musik und dem Kärntnerliedgut entwickelt hatte.
Die Worte:  “Du, die do obn in Waidegg, können ganz sakrisch guat singen” , waren für den Studenten Hans Hohenwarter Startsignal, um mit der chorischen Arbeit zu beginnen.

Der  „Singkreis Waidegg“  mit folgenden Sängerinnen und Sängern war geboren:
Ewald Bübl – Ernst Hohenwarter – Hans Hohenwarter – Maria Hohenwarter – Lotte Pernull – Josefine Wieser – Lorenz Wieser – Bernadette Zerza

Der erste öffentliche Auftritt des Chores erfolgte in der Dreschhütte in Treßdorf, anlässlich der Gründung der Laienspielgruppe Treßdorf im Herbst 1975. Ab diesem Zeitpunkt war der Singkreis Waidegg ein fixer Bestandteil in der Kulturszene des Gailtales.
Ein besonderes Erlebnis – für Zuhörer und Sänger(innen) – war ein Chorabend in Tröpolach bei einem Heimattreffen von Alt Tröpolacher aus der ganzen Welt.
Danach setzte der Chor immer wieder neue Impulse, wie z.B. das Adventsingen in den Dörfern welches der Chor 1978 begann, die dann von den anderen Chören des Tales aufgenommen wurden.

von links: Ernst Hohenwarter, Josefine Wieser, Lotte Pernull, Bernadette Zerza, Maria Hohenwarter, Ewald Bübl, Lorenz Wieser
vorne: Hans Hohenwarter

Beim 10 jährigen Jubiläum des Chores wurde dann der Name in „Vokalkreis Karnia“ geändert. Mit dieser Namensänderung wurde dem Umstand Rechnung getragen, dass die Mitglieder aus dem gesamten Gailtal stammten.
In diesen 10 Jahren ist der Chor auf 35 Mitglieder angewachsen.

Das Repertoire des Chores beinhaltet das gesamte Spektrum der Chorliteratur, wie z.B. Madrigale, Spirituals, nationale und internationale Volkslieder, u.a.
Ein Besonders Anliegen des Chores sind aber die Kärntnerlieder mit Ihrer unnachahmlichen Mentalität und Lieder die selten von Chören zu hören sind.

Besonders stolz ist der Vokalkreis Karnia auf das Weihnachtssingen, jeweils am Stefanietag, in der Stadtpfarrkirche Hermagor, welches der Chor von 1985 bis 2018 ohne Unterbrechung veranstaltete. Dieses Konzert ist bereits ein Fixpunkt in der kulturellen Szene in Hermagor geworden.

Weihnachtssingen 1998
Weihnachtssingen 2018

Durch Kontakte mit Chören in Italien, Deutschland, Ungarn und Lettland wurde der Schritt aus dem Tal hinaus gemacht. Aber auch innerhalb Österreichs hat der Vokalkreis Karnia viele Kontakte. So war der Chor bereits mehrmals beim internationalen Adventsingen im Wiener Rathaus zu Gast.

mit dem Frauenchor aus Riga, Lettland 1992
Internationales Adventsingen in Wien 2012

Die Geschicke des Chores lag, neben dem Chorleiter, in Händen der Obmänner: Lorenz Wieser (1974-86), Erich Glantschnig (1986-93; 1996-99), Erich Roßmann (1993-96), Benjamin Martin (1999 – 2008), Elisabeth Schluder (2008 – 2011) und Agatha Jost (seit 2011)